Unbemerktes Flüchtlingsdrama in Somalia
Der Golf von Aden hat in den vergangenen Wochen traurige Bekanntheit erlangt: durch die eskalierende Seeräuberei am Horn von Afrika, deren einstweiliger Höhepunkt die spektakuläre Kaperung des saudi-arabischen Supertankers Sirius Star darstellt. Abseits der großen Schlagzeilen wurde dabei die Tragödie von Zehntausenden Flüchtlingen in den Hintergrund gedrängt.
Armut und Hunger in Somalia halten an
Immer mehr Menschen, in erster Linie Somalis, versuchen Armut, Krieg und Verfolgung in ihren Ländern zu entkommen. 2008 wagten bisher mehr als 38.000 Menschen die lebensgefährliche Überquerung des Golf von Aden in zerbrechlichen Booten, um in den Jemen zu gelangen. Über 600 Menschen starben bei dem Versuch.

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Überfahrt ist lebensgefährlich
Im gesamten Vorjahr riskierten 29.500 Menschen die Überfahrt. Zweidrittel der Flüchtlinge, die Jemens Küste erreichen, suchen Schutz bei den Helfern des UN-Flüchtlingskommissariats (UNHCR). Jemen erkennt Somalis automatisch als Flüchtlinge an. Durch die kriegerischen Zustände in Somalia – allein aus der Hauptstadt Mogadischu mussten bisher fast 900.000 Menschen vor der Gewalt fliehen – hat auch der Menschenschmuggel durch den Golf von Aden drastisch zugenommen.